Eine neue Seite des Gins trat in Indien zutage, als dort stationierte britische Soldaten ihr Chinin machen mussten, um Malaria vorzubeugen. Chinin war damals in deutlich höherer Dosierung in Tonic Drinking water enthalten. Einen weiteren Höhepunkt erlebte Gin während der Zeit der Prohibition in Amerika. Um den bitteren Geschmack abzuschwächen, versah man sein Tonic Water kurzerhand mit aromatischem Gin: der Gin and Tonic war geboren. Als während den 1920er Jahren der Konsum von Alkohol unter Strafe stand, konnte gentleman Gin wegen seiner doch recht simplen Herstellungsmethode zuhause produzieren. So entstand der qualitativ minderwertige Bathtub-Gin, der neben geschmacklichen hectormwnr009.fotosdefrases.com/woruber-niemand-redet Mängeln ebenso gesundheitliche Schäden zur Folge hatte- und damit neuerlich den Gin in Verruf brachte. Doch trotz aller geschmacklichen Einbrüche blieb Gin auf den Getränkekarten des 20. Jahrhunderts präsent und erfreute sich spätestens neben anderen der sogenannten Retrowelle der 90er einer anhaltend großen Beliebtheit, die sich zusätzlich in den vielfachen Cocktail- und Longdrink-Rezepten wiederfindet. Gin erhält seinen besonderen Geschmack durch die Anreicherung von Neutralalkohol mit sogenannten Botanicals, also Gewürzen und anderen Aromaträgern, die von Hersteller zu Hersteller Unterschiede aufweisen.

